Die letzten Wachtürme: vier Stück in Berlin und wo sie heute stehen

Vier originale DDR-Wachtürme stehen noch in Berlin: am Schlesischen Busch, nahe Potsdamer Platz, an der Kieler Straße und in der Gedenkstätte Bernauer Straße.

Berlin Wall watchtower
DoD photo by: STAFF SERGEANT F. LEE COCKRAN , Public domain via Wikimedia Commons

Die Vier Letzten Wachtürme in Berlin: Wo Sie Heute Stehen

Von über 300 Wachtürmen der Berliner Mauer sind genau vier erhalten. Sie stehen im Schlesischen Busch, an der Erna-Berger-Straße, an der Kieler Straße und in der Gedenkstätte Bernauer Straße. Der Beschluss der Alliierten und der Bundesregierung zum vollständigen Rückbau der Grenzanlagen bis 1992 ließ keinen Platz für Sentimentalität. Die meisten Betonkonstruktionen wurden gesprengt, noch bevor irgendjemand über Denkmalschutz nachdachte. Diese vier überlebten, weil lokale Initiativen und Bezirke schneller waren als die Abrissbagger.

Nicht alle sind Originale, und nicht alle sind von innen zugänglich. Der Turm an der Niederkirchnerstraße ist ein rekonstruierter Typ, kein Original. Wer die letzten Wachtürme in Berlin besichtigen will, muss die Standorte kennen und die Unterschiede zwischen BT-6 und BT-11 verstehen. Dieser Artikel zählt sie auf, sagt, wo sie stehen, und erklärt, welcher Turm sich von innen erkunden lässt.

Berlin Wachtürme Standorte: Die Vier Adressen

Die vier erhaltenen Wachtürme stehen an diesen Orten:

  • BT-6 am Schlesischen Busch, Adresse: Schlesischer Busch, Berlin-Treptow. Baujahr: 1969. Der quadratische Betonturm steht direkt am Mauerweg, nahe der Spree. Trägerschaft: Bezirk Treptow-Köpenick. Innenbesichtigung möglich: Ja, nach Vereinbarung und zu öffentlichen Führungsterminen.
  • BT-11 in der Erna-Berger-Straße, Adresse: Erna-Berger-Straße, nahe Potsdamer Platz. Baujahr: 1972. Der runde Betonturm Typ BT-11 steht auf dem Gelände des ehemaligen Todesstreifens. Innenbesichtigung möglich: Ja, über den Verein Grenzturm Nieder Neuendorf, der auch diesen Turm betreut. Termine sind ganzjährig möglich.
  • Führungsturm an der Kieler Straße, Adresse: Kieler Straße / Ecke Heidestraße, Berlin-Mitte. Baujahr: 1965. Der Turm ist ein BT-6, quadratisch. Trägerschaft: Initiative Kieler Eck und Verein Berliner Unterwelten. Innenbesichtigung möglich: Ja, zu festen Führungsterminen und nach Vereinbarung.
  • Turm in der Gedenkstätte Bernauer Straße, Adresse: Bernauer Straße 111, Berlin. Baujahr: 1965. Der Turm ist ein BT-6, quadratisch. Innenbesichtigung möglich: Nein, der Turm ist nur von außen sichtbar. Der Innenraum ist nicht für Besucher geöffnet.

Ein fünfter Turm, den Besucher für original halten, steht an der Niederkirchnerstraße. Das ist kein Original, sondern ein rekonstruierter Typ, der nach der Wende nachgebaut wurde. Wer einen echten DDR-Wachturm sehen will, fährt zu den vier oben genannten Adressen.

DDR-Wachtürme Erhalten: Warum Diese Vier Überlebten

Der Abriss der Grenzanlagen nach 1990 war schnell und gründlich. Die Alliierten und die Bundesregierung beschlossen den vollständigen Rückbau der militärischen Infrastruktur der DDR. Fehlender Denkmalschutz unmittelbar nach der Wende bedeutete, dass über 300 Wachtürme bis 1992 verschwanden. Die vier erhaltenen Türme entgingen der Sprengung aus unterschiedlichen Gründen.

Rettung Durch Lokale Initiativen

Der Turm am Kieler Eck wurde durch die Initiative Kieler Eck und den Verein Berliner Unterwelten gerettet. Der Turm im Schlesischen Busch blieb erhalten, weil der Bezirk Treptow-Köpenick die Trägerschaft übernahm. Die beiden BT-11 Türme in Nieder Neuendorf und Hohen Neuendorf am Stadtrand von Berlin wurden von den jeweiligen Städten und Vereinen unter Denkmalschutz gestellt. Alle vier stehen heute unter Denkmalschutz. Der Innenraum ist bei drei der vier Türme zugänglich, allerdings nur zu Führungsterminen. Ohne Voranmeldung bleibt die Tür verschlossen.

Grenzturm Berlin Besichtigen: Was Sie Wissen Müssen

Die Besichtigung eines Grenzturms ist kein Spontanbesuch. Für drei der vier Türme gilt: Besichtigungszeitraum ganzjährig, aber nur nach Vereinbarung oder zu bestimmten öffentlichen Führungsterminen. Sie müssen vorab telefonisch oder per E-Mail einen Termin vereinbaren. Die Führungen werden von den Trägervereinen organisiert. Die Termine sind begrenzt, besonders in den Sommermonaten Mai bis September.

Der Turm in der Gedenkstätte Bernauer Straße ist die Ausnahme: Er ist nicht von innen zu besichtigen. Die Gedenkstätte selbst ist täglich geöffnet und zeigt die erhaltene Grenzanlage, aber der Innenraum des Turms bleibt verschlossen. Wer einen BT-11 von innen sehen will, muss nach Nieder Neuendorf oder Hohen Neuendorf fahren. Beide liegen am Stadtrand, die Anfahrt dauert etwa 45 Minuten mit der S-Bahn und dem Bus.

Was Die Führung Zeigt

Die Führungen dauern 60 bis 90 Minuten. Sie sehen den Innenraum mit den originalen Einbauten: die Schießscharte, die Halterungen für den Suchscheinwerfer, die engen Schlafkojen. Der Originalzustand ist in den von Vereinen betreuten Türmen weitgehend erhalten. Die BT-11 Türme haben eine runde Form, die BT-6 Türme sind quadratische Betonkonstruktionen. Der Verein Grenzturm Nieder Neuendorf bietet auch Führungen im Turm an der Erna-Berger-Straße an. Buchen Sie mindestens zwei Wochen vorher.

Schlesischer Busch tower
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Wachturm Mauerweg: Wie Sie Die Türme in Eine Route Einbauen

Der Mauerweg ist ein langer Rundweg entlang der ehemaligen Grenze. Vier der erhaltenen Wachtürme liegen direkt an dieser Route oder in kurzer Gehdistanz. Der Turm am Schlesischen Busch steht direkt am Weg, am Ufer der Spree. Der Turm an der Kieler Straße liegt im nördlichen Abschnitt, nahe dem Hauptbahnhof. Die Gedenkstätte Bernauer Straße ist ein zentraler Punkt auf dem Mauerweg.

Die beiden BT-11 Türme in Nieder Neuendorf und Hohen Neuendorf liegen außerhalb des Stadtgebiets, aber auf der Verlängerung des Mauerwegs. Ein Tagestrip mit dem Fahrrad oder der S-Bahn ist machbar. Planen Sie drei bis vier Stunden ein. Die Distanzen zwischen den verstreuten Relikten werden massiv unterschätzt. Versuchen Sie nicht, alle vier an einem Tag zu besichtigen. Ein realistischer Plan: zwei Türme an einem Vormittag, zwei an einem anderen.

Der Häufigste Fehler

Touristen besuchen nur Checkpoint Charlie und das Mauermuseum und denken, sie hätten die Transformation verstanden. Der eigentliche Umbau fand kilometerweit entfernt auf leeren Brachen und in Hinterhöfen statt. Die Wachtürme stehen dort, wo früher der Todesstreifen verlief. Ohne die räumlichen Zusammenhänge des Grenzstreifens bleiben die Türme isolierte Objekte. Nehmen Sie eine Offline-Karte mit historischen Overlays mit.

Ein Ehrlicher Hinweis

Die vier Türme sind nicht auf den ersten Blick sichtbar. Der Turm an der Kieler Straße steht zwischen Neubauten und Baustellen. Der Turm am Schlesischen Busch verbirgt sich hinter Bäumen am Spreeufer. Der Turm an der Erna-Berger-Straße ist von der glatten Architektur des Potsdamer Platzes umgeben. Wer ein homogenes, hübsches Altstadtbild sucht, wird enttäuscht. Wer die 90er-Jahre-Ästhetik nicht aktiv lesen kann, sieht nur gesichtslose Neubauten und Baustellen. Der Innenraum der Türme ist nur zugänglich, wenn Sie vorab buchen. Ohne Termin stehen Sie vor einer verschlossenen Stahltür. Der häufigste Fehler: die Distanzen zwischen den Standorten unterschätzen und glauben, ein Nachmittag reiche für alle vier. Er reicht nicht.