Palast der Republik: 1990 geschlossen, 2008 abgerissen, 2020 durch das Humboldt Forum ersetzt
Der Palast der Republik wurde 1990 geschlossen, 2008 abgerissen und 2020 durch das Humboldt Forum ersetzt: die Chronologie eines Verschwindens.
Palast Der Republik Berlin: 1990 Geschlossen, 2008 Abgerissen, 2020 Ersetzt
Der Palast der Republik wurde am 19. September 1990 geschlossen. Kein allmähliches Ausklingen. Ein sofortiger Stopp. Grund war eine Asbestkontamination, die jede weitere Nutzung unmöglich machte. Die Volkskammer hatte das Gebäude zuletzt genutzt. Zwischen 1998 und 2002 wurde es für rund 80 Millionen Euro entkernt. 2008 war der Palast vollständig abgerissen. 2020 eröffnete an derselben Adresse, Schlossplatz 1, das Humboldt Forum. Wer heute auf den Platz tritt, sieht keinen Palast mehr. Stattdessen steht dort ein Neubau mit barocken Fassaden, der das Berliner Stadtschloss rekonstruiert. Die Kontroverse um diesen Ersatzbau ist bis heute nicht verstummt. Lesen Sie die Chronologie dieses Verschwindens.
Palast Der Republik Schließung 1990: Der Asbestfund
Am 30. August 1990 wurde in der Luft des Palastes Asbest nachgewiesen. Der Befund traf das Gebäude mitten in der Nachwendezeit: Noch im Juni 1990 hatten dort die Volkskammer und der Bundestag getagt. Die sofortige Schließung folgte am 19. September 1990. Die Sanierung begann erst 1998 und dauerte bis 2002. Die Entkernung kostete etwa 80 Millionen Euro; die genaue Summe veröffentlicht die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss auf Anfrage. Für Besucher war der Bau in diesen Jahren eine gesperrte Baustelle auf dem Schlossplatz.
Palast Der Republik Abriss 2008: Der Lange Streit
Der Bundestagsbeschluss Und Der Bürgerprotest
Die Entscheidung zum Abriss fiel am 4. Juli 2002: Der Bundestag beschloss sowohl den Abriss als auch den Neubau des Humboldt Forums. Ein Bürgerbegehren zum Erhalt des Gebäudes hatte 1993 rund 30.000 Unterschriften gesammelt. Es konnte die Pläne nicht stoppen. Der Förderverein Berliner Schloss e. V. befürwortete den Abriss jahrelang, während der Verein zur Erhaltung des Palastes der Republik e. V. bis zuletzt dagegen protestierte.
Die Demontage
Die Abrissbagger rollten am 6. Februar 2006 an. Bis zum 2. Dezember 2008 war das Bauwerk demontiert. Die Abrisskosten betrugen etwa 50 Millionen Euro. Von der Schließung bis zum Abriss summierten sich die Gesamtkosten auf ungefähr 150 Millionen Euro.
Humboldt Forum Berlin Ersatzbau: Was Besucher Heute Sehen
Die Fakten Zum Bau
Das Humboldt Forum eröffnete digital am 20. Juli 2020, physisch am 16. September 2021. Bauherr ist die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Architekt Franco Stella. Die Bruttogeschossfläche beträgt rund 40.000 Quadratmeter, die Nutzfläche etwa 15.000 Quadratmeter. Die Dauerausstellungsfläche umfasst circa 4.000 Quadratmeter. Die Baukosten beliefen sich auf 677 Millionen Euro.
Die Letzten Relikte Des Palastes
Vor Portal IV steht das „Palast-Zitat“ von Lars Ramberg: sechs originale Stahlstützen des abgerissenen Bauwerks, installiert 2020. Die Installation misst rund 28 Meter in der Länge, 7 Meter in der Breite und 8 Meter in der Höhe. Fünf originale Bronzespiegelglaselemente der Fassade sind eingelagert; der Standort ist nicht öffentlich zugänglich. Eine dauerhafte Gedenktafel zum Palast der Republik gibt es am Humboldt Forum nicht.
Schlossplatz Berlin Palast Republik: Die Leere Vor Dem Neubau
Der Schlossplatz war zwischen 2008 und 2020 eine Baugrube. Davor, zwischen 2003 und 2005, diente der entkernte Palast als Zwischennutzung unter dem Namen „Volkspalast“. 2005 zeigte die künstlerische Zwischennutzung „Der Berg“ von Thomas Scheibitz und Tino Sehgal. Auch die Temporäre Kunsthalle nutzte die leere Hülle. Treten Sie heute auf den Platz und Sie sehen das Humboldt Forum, den Berliner Dom, das Marx-Engels-Forum, die Museumsinsel und die Spreeseite. Die einstige Palastbar, die Jugendweihe-Feiern und die Fenster der Wissenschaft sind verschwunden. Teile der Bestuhlung befinden sich im Deutschen Historischen Museum. Sechzehn Wandbilder der Galerie im Palast sind deponiert. Kein Teil der Gastronomie ist im öffentlichen Raum erhalten.
Die Kontroverse Um Den Ersatzbau: Schlossattrappe Oder Rekonstruktion
Kritiker bezeichnen das Humboldt Forum als „Schlossattrappe“. Die Debatte spaltet Berlin seit den 1990er Jahren. Gegner argumentieren, der Palast der Republik sei ein Symbol der ostdeutschen Moderne gewesen, das einem rekonstruierten Barockbau weichen musste. Befürworter sehen im Humboldt Forum die Wiederherstellung des historischen Stadtbildes. Die Entscheidung fiel 2002 im Bundestag. Machen Sie sich diese Kontroverse bewusst, wenn Sie den Schlossplatz betreten. Das Humboldt Forum ist kein neutraler Ort. Es ist das Ergebnis eines jahrzehntelangen politischen und gesellschaftlichen Streits.
Palast Der Republik Asbest Berlin: Die Kosten Einer Verseuchung
Die Asbestsanierung verschlang rund 80 Millionen Euro. Die Entkernung dauerte von 1998 bis 2002. Der Asbestfund im August 1990 war der Auslöser für die gesamte Kette: Schließung, jahrelanger Leerstand, Abriss. Der Bundestag beschloss am 4. Juli 2002 die Beendigung dieser Kette. Die Abrisskosten kamen auf etwa 50 Millionen Euro. Insgesamt kostete die Beseitigung des Gebäudes rund 150 Millionen Euro. Vergleichen Sie die Summen: Der Ersatzbau, das Humboldt Forum, kostete 677 Millionen Euro. Die Asbestsanierung war damit der teuerste Einzelposten nach dem Neubau selbst.
Was Von Palast Der Republik Berlin Übrig Blieb: Drei Relikte
- „Palast-Zitat“: Sechs originale Stahlstützen vor Portal IV des Humboldt Forums, 28 Meter lang, 7 Meter breit, 8 Meter hoch, installiert 2020.
- Bronzespiegelglaselemente: Fünf originale Fassadenelemente, eingelagert an nicht öffentlichem Ort.
- Wandbilder und Möbel: Sechzehn Wandbilder der Galerie im Palast deponiert; Teile der Bestuhlung im Deutschen Historischen Museum.
| Position | Kosten | Zeitraum |
|---|---|---|
| Asbestsanierung Palast | ca. 80 Mio. Euro | 1998 bis 2002 |
| Abriss Palast | ca. 50 Mio. Euro | 2006 bis 2008 |
| Gesamtkosten Schließung bis Abriss | ca. 150 Mio. Euro | 1990 bis 2008 |
| Baukosten Humboldt Forum | 677 Mio. Euro | 2013 bis 2021 |
Praktische Hinweise Für Ihren Besuch
Timing Und Tickets
Besuchen Sie das Humboldt Forum an einem Werktagvormittag. Am Wochenende sind die Warteschlangen lang. Budgetieren Sie mindestens zwei Stunden für die Dauerausstellung. Kaufen Sie das Ticket online vorab. Der Eintritt in die Wechselausstellungen kostet extra.
Termine, Die Sie Meiden Sollten
Vermeiden Sie den Besuch während der ITB-Messe im März. Die Hotelpreise in Berlin steigen dann extrem. Meiden Sie den 1. Mai in Kreuzberg. Der Krawalltourismus überlagert die historische Perspektive auf den Schlossplatz. Im November ist das Wetter trüb. Die Brachflächen-Romantik der Umgebung ist dann schwer lesbar. Die beste Reisezeit ist Mai bis September. Das Wetter ist angenehm für Spaziergänge entlang ehemaliger Grenzstreifen und durch das Marx-Engels-Forum.
Anreise Und Orientierung
Flughafen Berlin Brandenburg. Die S-Bahn S9 oder S45 bringt Sie in 30 bis 40 Minuten ins Zentrum. Der Einzelfahrschein für den ABC-Bereich kostet rund 4,40 Euro. Nutzen Sie die S- und U-Bahn der BVG. Entwerten Sie Ihr Ticket vor Fahrtantritt. Der häufigste Fehler von Touristen: Sie verwechseln den Entwerter-Stempel mit einem Kaufbeleg und fahren mit ungestempeltem Ticket. Das ist kein Kavaliersdelikt. Die Kontrolleure ahnden es mit 60 Euro Strafe.
Was Sie Auf Keinen Fall Tun Sollten
Besuchen Sie nur Checkpoint Charlie und das Mauermuseum. Das ist der häufigste Fehler. Dann denken Sie, Sie hätten die Transformation der 1990er Jahre verstanden. Der eigentliche Umbau fand kilometerweit entfernt statt: auf leeren Brachen in Friedrichshain, auf dem RAW-Gelände, in den Hinterhöfen von Prenzlauer Berg. Der Schlossplatz ist nur ein Punkt auf dieser Karte. Die Distanzen zwischen den verstreuten Relikten der 1990er Jahre werden massiv unterschätzt. Planen Sie mindestens drei Tage für eine Spurensuche. Sonst bleibt es bei einem oberflächlichen Mauersegment und einem Clubfoto.
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Checkpoint Charlie The guardhouse at Checkpoint Charlie is a replica from 2000. Here is what is original Cold War fabric, what is a set, and where the real booth ended up.
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