Berlin Mitte: die Brache, auf der heute die teuersten Adressen stehen
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Berlin Mitte: Die Brache, Auf Der Heute Die Teuersten Adressen Stehen
Sie stehen auf dem Potsdamer Platz, umgeben von gläsernen Fassaden und einem DaimlerCity-Logo, und fragen sich, wo die Sandwüste der Neunziger geblieben ist. Die Antwort liegt unter Ihren Füßen. Von 1990 bis 1998 war dieser Ort eine 60 Hektar große Brache, ein offenes Stahlgerippe der Geschichte, auf dem heute die teuersten Adressen von Berlin Mitte stehen. Dieser Text führt Sie Grundstück für Grundstück durch das Mitte der 1990er Jahre: die leere Sandfläche, die Ruinen, die besetzten Häuser. Für jede Adresse nennen wir das Jahr des Abrisses oder der Schließung und beschreiben exakt, was heute dort steht, und ob noch eine Spur des Vorzustands existiert. Die heutige Nutzung ist der Kontrast zur damaligen Leere, und diesen Kontrast müssen Sie lesen können, um zu verstehen, wie aus der Narbe eine Stadt wurde.
Potsdamer Platz Baugeschichte: Von Der Sandwüste Zur DaimlerCity
Der erste Spatenstich für das Bauprojekt am Potsdamer Platz erfolgte am 11. Oktober 1993. Davor lag hier nichts als eine Sandwüste. Die 60 Hektar des ehemaligen Todesstreifens zwischen dem Platz und dem Brandenburger Tor, die Ebertstraße, waren vollständig geräumt. Auf dem Höhepunkt der Bauphase standen rund 40 Baukräne auf der Fläche, ein Bild, das heute nur noch in Archiven existiert. Der Kernbereich war 1998 fertiggestellt.
Was Heute Dort Steht
Heute finden Sie hier das Sony Center, den Bahnhof und die Park Kolonnaden. Eine Spur des Vorzustands? Keine. Die Info-Box, die zwischen 1995 und 2001 auf der Brache stand und Besuchern den Baufortschritt zeigte, wurde abgebaut. Bringen Sie die Erinnerung selbst mit.
Palast Der Republik Abriss: Vom Stahlgerippe Zum Humboldtforum
Der Palast der Republik, auf dem Schlossplatz gelegen, war nach dem Mauerfall ein Ort mit Widersprüchen: Asbestverseuchung, politische Debatten, Konzertsaal. Das Stahlgerippe des Gebäudes blieb nach der Schließung stehen, bis der Abriss 2006 begann und 2008 endete. Was folgte, war eine jahrelange Brache, der Schlossplatz war wieder eine leere Fläche, umgeben von Bauzäunen.
Das Humboldtforum Und Die Weite Des Platzes
Heute steht dort das Humboldtforum, ein Neubau, der die Fassade des Berliner Schlosses rekonstruiert. Eröffnet wurde es 2020. Eine Spur des Vorzustands? Der Schlossplatz selbst ist der Beleg: Die Fläche war immer ein Ort der Leere zwischen den Stadthälften, bevor die Rekonstruktion begann. Gehen Sie abends über den Platz, wenn das Humboldtforum dunkel steht. Sie spüren die Weite sofort.
Tacheles Entwicklung: Von Der Besetzten Ruine Zum Fotografiska
Die Besetzung des Kunsthaus Tacheles begann am 13. Februar 1990 in der Oranienburger Straße 54-56a. Das Gebäude, ein ruinöses Kaufhaus aus der Vorkriegszeit, wurde zum Symbol der besetzten Kunstszene. Die Räumung erfolgte am 4. September 2012, die Schließung der Besetzerkneipe Zapata am 31. Dezember 2012. Die Ruine wurde abgerissen.
Das Neue Forum Tacheles
Heute steht auf dem Gelände das FORUM Tacheles, ein Neubauprojekt mit Bauzeit von 2019 bis 2023. Im September 2023 eröffnete hier das Fotografiska Berlin, ein Fotomuseum, Adresse Oranienburger Straße 54. Eine Spur des Vorzustands? Der Name „Tacheles“ wird weitergeführt, aber das Gebäude selbst ist komplett neu. Die Oranienburger Straße, vor der Sanierung ab 1993 ein Streifen unsanierter Altbauten, ist heute eine gesäuberte Gastro-Meile.
Museumsinsel Brache 90er: Leere Zwischen Den Museen
Die Museumsinsel war in den 1990er Jahren nicht die Touristenattraktion von heute. Die Fläche zwischen den Museen, besonders um den Lustgarten, war eine Brache. Der S-Bahn-Alexanderplatz, VBB-Zone AB, war der Zugang, aber die Insel selbst wirkte wie eine Insel der Ruinen. Heute ist die Museumsinsel vollständig saniert, die Brache ist verschwunden.
Den Boden Lesen
Eine Spur? Der Boden. Gehen Sie vom Lustgarten zum Neuen Museum: Der Kies knirscht unter den Schuhen, und die Weite, die Sie spüren, ist die alte Brachenweite, aber überbaut. Kein explizites Denkmal erinnert an die Leere.
Regierungsviertel Neubau Berlin: Vom Spreebogen Zum Kanzleramt
Der Spreebogen, die Brache am Ufer der Spree, war vor dem Bau des Regierungsviertels eine leere Fläche. Die ehemalige Brache ist heute das Regierungsviertel mit dem Bundeskanzleramt, Willy-Brandt-Straße 1. Der Bau begann nach 1999. Die Eröffnung des Berlin Hauptbahnhofs, der aus der Brache des Lehrter Stadtbahnhofs entstand, erfolgte am 26. Mai 2006. Eine Spur des Vorzustands? Nein. Die Fläche ist vollständig überbaut. Der einzige Beleg ist die Ebertstraße selbst, die den ehemaligen Todesstreifen markiert, aber keine baulichen Reste zeigt.
Schlossplatz Und Leipziger Straße: Vom Tresor Zur Mall
Der Tresor, der Ur-Technokeller im ehemaligen Kaufhaus-Wertheim-Tresorraum, eröffnete am 16. März 1991 in der Leipziger Straße 126-128. Der Club schloss am 16. April 2005. Heute ist die Adresse Teil des Einkaufszentrums LP12 Mall of Berlin, eröffnet am 25. September 2014.
Was Von Der Clubkultur Übrig Blieb
Eine Spur? Einer der wenigen Orte, der zeigt: Nichts. Die Mall hat den Tresor-Raum verschluckt. Die Leipziger Straße ist heute eine gesäuberte Einkaufsstraße. Der Bunker Reinhardtstraße, ein alter Hochbunker, ist noch erhlaten. Die Boros Sammlung, eine Kunstsammlung, hat ihn bespielt, aber die Touren sind extrem limitiert. Buchen Sie Monate im Voraus. Der Tränenpalast, der ehemalige Grenzübergang am Bahnhof Friedrichstraße, ist heute eine Ausstellung, aber die Brache davor ist zugebaut.
Oranienburger Straße Und Tacheles: Vom Besetzten Haus Zum Fotografiska
Clärchens Ballhaus, das noch heute in der Auguststraße 24 existiert, war in den 90ern ein Anker in der Brache. Heute ist es eine begehrte Location. Die Oranienburger Straße, vor der Sanierung ab 1993 eine Straße der Ruinen, ist heute eine Galerien- und Gastro-Meile. Das Tacheles-Gelände ist bebaut, die Ruine abgerissen. Der einzige Beleg ist der Name „Tacheles“ am Neubau. Die Buchungspflicht für den Bunker Reinhardtstraße zeigt, wie sehr dieser Ort heute reguliert ist.
RAW-Gelände Und Alter Schlachthof: Brachen, Die Brachen Blieben
Das RAW-Gelände, Revaler Straße 99, war eine ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk-Brache. Heute ist es ein Kultur- und Freizeitgelände mit Skatehalle und Clubzellen. Der Alte Schlachthof, Eldenaer Straße 34-36, ist heute ein Kultur- und Gewerbezentrum. Beide Orte sind Beispiele für Brachen, die nicht komplett überbaut wurden, sondern in Zwischennutzung blieben. Sie sind die seltenen Orte, an denen die 90er noch sichtbar sind.
Investorenruine Und Stahlgerippe: Was Übrig Blieb
Die Investorenruine, ein Begriff für halbfertige Neubauten, die pleitegingen, war ein Merkmal der 90er. Heute sind fast alle fertiggestellt. Das Stahlgerippe des Palastes der Republik ist weg. Die Sandwüste ist weg. Der Grenzstreifen ist weg. Was bleibt, sind die Geschichten, die Sie in den Straßen suchen müssen.
Die Lücken Im Netz
Die S-Bahn-Linien, die 1990 noch stumpf endeten, sind heute verlängert, aber die Lücken im Netz um die alte Mauer-Schneise sind noch spürbar. Die VBB-Zone AB ist die Zone, die Sie brauchen. Die Busse, die die Brachen erschließen, fahren seltener als erwartet. Planen Sie Wartezeiten ein.
Common Questions
Welche konkrete Brachfläche der 1990er Jahre in Berlin-Mitte ist heute das Humboldtforum?
Der Schlossplatz war die Brache nach dem Abriss des Palastes der Republik. Das Humboldtforum steht heute dort, die Brache ist verschwunden, aber die Weite des Platzes erinnert daran.
Gibt es noch einen sichtbaren Hinweis auf den Tresor an der Leipziger Straße?
Nein. Das Einkaufszentrum LP12 Mall of Berlin, eröffnet 2014, steht auf der Adresse Leipziger Straße 126-128. Kein Schild, keine Gedenktafel weist auf den Club hin.
Was ist mit dem Tacheles-Gelände passiert?
Die Ruine wurde 2013 abgerissen. Heute steht dort das FORUM Tacheles, ein Neubau mit dem Fotografiska Berlin, eröffnet September 2023.
Wo finde ich noch einen originaln Ort der 90er in Berlin-Mitte?
Der Bunker Reinhardtstraße ist erhlaten, die Boros Sammlung zeigt dort Kunst, aber die Buchungspflicht ist extrem, Monate im Voraus. Clärchens Ballhaus in der Auguststraße ist ein weiterer Originalort.
Wie lange brauche ich, um die Brachflächen von 1990 bis heute zu verstehen?
Mindestens drei Tage. Ein Tag für die Mauer-Schneise, ein Tag für die ost-westliche Brachkultur, ein Abend für die verbliebenen Originalschauplätze der Technoszene.
Wann ist die beste Zeit für diese Spurensuche?
Mai bis September. Die langen Nächte ermöglchen das Durchstreifen von Außenbrachen, und die Loveparade-Veranstaltungen ballen sich in dieser Zeit.
Welcher Ort der 90er ist heute noch am ehesten im Originalzustand?
Das RAW-Gelände in Friedrichshain ist eine Brache, die in Zwischennutzung blieb. Die Skatehalle und die Clubzellen erinnern an die 90er-Kultur.