Die multimediale Ausstellung nineties berlin erzählt die Geschichte Berlins nach dem Mauerfall, einer historisch einmaligen Zeit. Am kommenden Feiertag am 30. Mai laden wir Besucher*innen zu exklusiven Zeitzeugenführungen durch die Ausstellung ein. Jeweils um 11:30, 13:00, 15:00 und 17:00 Uhr gibt es die Gelegenheit, sich mit der Eintrittskarte einem der öffentlichen Rundgänge anzuschließen.

Dabei setzen die Zeitzeugen besondere, an ihre Biografien angelehnte Schwerpunkte. Matthias Kaminsky ist gelernter Mechatroniker und war Schallplattenunterhalter in der DDR. 1991 kam er nach Berlin und genoss die Kunst-, Club- und Musikszene der 90er. Heute arbeitet er als Creative Director für unterschiedliche Einrichtungen: „Ich hatte das Privileg, die 90er Jahre mitzuerleben. Ich war 20 Jahre alt, als die Mauer fiel. Diese Zeit hat Berlin geprägt und nachhaltig zu einer weltbekannten Marke gemacht.“ Seine Führungen um 11:30 und 13:00 Uhr werden sich u.a. mit dem Untergang der DDR sowie der Berliner Musik- und Clubkultur beschäftigen.

Die Rundgänge um 15:00 und 17:00 Uhr werden von Quirin Graf Adelmann durchgeführt. Adelmann kam 1993 zum Studium an die Humboldt-Universität zu Berlin, wohnte in Oberschöneweide, spielte zwischen 1993 und 1996 beim 1. FC Union Berlin Fußball und gründete 1995 den FC Karlshorst 1995 e.V.. Er beschäftigt sich auf seinen Touren durch die Ausstellung mit dem Misstrauen zwischen Ost und West in der Gesellschaft, Sport und Politik sowie den Chancen Berlins damals und heute: „nineties berlin bietet neue Erkenntnisse zur Stadt-, Politik- und Gesellschaftsentwicklung im Berlin der 90er und zeigt, wie genutzte Freiräume zu historisch einmaligen Bewegungen führten. Uns zeigt es aber auch, dass wir diese kreativen Freiheiten heutzutage wieder sinnlos begrenzen.“

Ein weiteres Highlight: Besucher*innen können zwischen 12:00 und 16:00 Uhr selbst aktiv werden und originale, noch kahle Mauerteile in unserer Ausstellung gestalten. In einem kostenfreien Workshop erklären die Tape Art-Künstler von Klebeland die Grundtechniken von Tape Art und zeigen, wie ein eigenes Bild mit speziellem Klebeband kreiert werden kann. Statt strikten Vorgaben zu folgen können sich Interessierte an diesem Tag kreativ entfalten und das Klebeband als Kunstmittel entdecken.

Für das leibliche Wohl sorgen typische Berliner Speisen (mit vegetarischen Optionen) und Getränke zu Preisen wie in den 90er-Jahren.